Donnerstag, 8. November 2007
Figaro
Zu diesem speziellen Mann muss ich ja sehr regelmäßig, wenn ich nicht wie ein Handfeger aussehen will.
Mein Figaro heiß Mike und fragt nicht lange, sondern verpasst ruckzuck meinem Kopf eine gewisse Fasson.
Wenn genug abgeschnitten wurde, gleicht mein eher festes Haar Schnittlauch (meine Mutter sagte Stangenlocken), wenn zu wenig runter kam, muss ich nach vier Wochen bereits um einen neuen Termin betteln.
Nach jeder Schnittaktion mag ich mich nicht sonderlich leiden.
Aber von Tag zu Tag mehr demonstrieren meine Haar-Gene, dass sie auf wellig gepolt sind und locken sich leicht. Dann komme ich mir im Spiegel wieder etwas bekannter vor.

Dass mein Figaro - etwa im Alter meines Sohnes - ganz beiläufig mein Beichtvater (gibt es auch Beichtmütter??) ist, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Worüber man in seinem Salon so alles plaudert... (Irgendwie löst Haarschneiden offensichtlich die Zunge.)
Und ein Sparprogramm kann man bei Mike auch buchen, indem man sich die Haar selber fönt.

Und wenn man Glück hat, gibt es auch mal einen Kaffee.

Allerdings: Die traditionelle Ungerechtigkeit in der Preisgestaltung wird mir von meinem Holzwurm immer aufs Brot geschmiert: Er (der so viel weniger und dünnere Haare hat) brauche viel seltener zum Coiffeur und gebe zudem viel weniger für den Schnitt aus. Und hätte darum Anspruch auf mindestens ein neues Drechseleisen.

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