Donnerstag, 9. April 2020
Tauschgeschäfte
Ganz Deutschland hat offenbar die Liebe zu selbst gebackenem Brot entdeckt. Jedenfalls können unsere Einkaufshilfen, unsere Tochter Tanja und ihre WG-Mitbewohnerin Marion, in unserem Supermarkt nur selten Mehl und noch viel seltener Hefe bekommen.
Fast so selten wie Klopapier.

Heute gab es bei uns Pellkartoffeln mit Heringssalat.
Selbst mit Hilfe unserer Tochter haben wir die Schüssel nicht ganz geleert.
Am Nachmittag kam Marion, die für ihre allein lebende Mutter einkauft, mit vier Rollen Klopapier, die sie überraschender Weise ergattern konnte. Die durften wir im Tausch gegen den restlichen Heringssalat entgegennehmen.
Großartige und erheiternde Geschäfte, die gerne die Coronakrise überdauern dürfen!

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Sonntag, 5. April 2020
Corona im shutdown
Erstaunlicherweise haben wir sehr viel zu tun. Aber alles in weniger Hektik. Die regelmäßigen und zusätzlichen Abendtermine sind ja weggebrochen.

So wird, je nach Wetterlage oder Temperatur etwas gründlicher in die Ecken von Haus und Scheune gesehen; der Frühjahrsputz kennt diesmal keine Ausreden. Geräumt und und sortiert wird auch: Manches gehortete "Schätzchen" wird zum Verschenken bereitgestellt. Der Garten wird begutachtet, etliche Saatkistchen gefüllt und Hochbeet und Rabatten werden von unerwünschtem Wildwuchs befreit. Der Carport ist wieder zum Sommerhaus umgebaut, in dem sich beim Sonnenschein auch schon frühstücken lässt.



Es ist draußen wunderbar bunt im Frühlingsgarten, und begeistert haben wir Zitronenfalter, Tagpfauenauge, Aurorafalter dicke Hummeln und Marienkäfer begrüßen können. Und auch das Taubenschwänzchen ist ganz offensichtlich hierzulande gut über den Winter gekommen und war schon Gast am Lungenkraut, der Nieswurz und allen anderen Frühblühern.



Corona hat bei unserer Tochter eine rege Atemschutzmasken-Produktion verursacht. Auch ihr sind alle Aufträge weggebrochen. Figurentheater und Freilichtmuseum sind geschlossen. Da ist die Selbsthilfe zum Schutz anderer Menschen eine sinnvolle Beschäftigung.

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Sonntag, 22. März 2020
Splendid Isolation
Als zur Risikogruppe gehörend nehmen wir die Klausur in unserem eigenen Domizil sehr ernst. Wir wollen sie auch gerne konsequent durchhalten. Das ist in unserem normalerweise sehr offenen Haus recht ungewohnt.
Unser Sohn hat uns verpflichtet, an die Hofeingänge Schilder zu hängen, wonach eine telefonische Anmeldung notwendig sei, wenn Besuche wegen eines Anliegens erforderlich würden.
Der Holzwurm hat wegen seiner Drehscheibenfunktion in der Drechslerszene normalerweise sehr viele Kontakte.
Zudem sind wir (aufgrund des vielen Platzes in unserer Hofreite) die Hüter des technischen Equipments unserer BUND-Gruppe, welches zur Pflege der Obstbaumbestände oder der Verarbeitung von Obst gebraucht wird; dieses kann von Mitgliedern ausgeliehen werden.
Passiert auch jetzt noch, nur mit mehr Vorsicht.

Im Großen und Ganzen können wir uns glücklich schätzen. So viel Platz haben wir. So viele Aufgaben im Haus, die danach lechtzen, endlich abgearbeitet zu werden. So viele Möglichkeiten in Garten und Werkstatt - da halten wir die Klausur noch eine gute Weile aus.
Ich aus der "Aktion-Eichhörnchen"-Generation habe immer einen gewissen Vorrat im Haus. Und viele Ideen, was man daraus Leckeres kochen kann. (Erbseneintopf oder Ravioli aus Dosen gibt es bei uns nicht!) Viel Feldsalat und Winterpostelein sowie frische Kräuter finde ich auch jetzt in meinen Beeten.

Mein Mitleid gilt den Bewohnern mit Kindern, eingesperrt in kleinen Wohnungen in Hochhäusern in der Stadt. Denen können auch die Großeltern nicht beispringen, obwohl sie es gerne würden...

Und meine ganze Hochachtung und ein riesengroßer Dank allen HelferInnen in Kliniken, Arztpraxen, in den Lebensmittelgeschäften, bei Feuerwehr und Polizei, die sich täglich der Ansteckungsgefahr aussetzen, um für andere da zu sein. Teils bis an ihre Grenzen.
Wir wären alle hilflos ohne sie...

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Montag, 16. März 2020
Schlange vorm Bäcker
Heute zog sich eine meterlange Schlange von Menschen zum Eingang unseres Bäckerladens gegenüber.

Unser Bäcker (in der 7.Generation!) ist wirklich großartig.
Hier kauft man kein Backstraßenbrot mit Express-Sauerteig, sondern nach Altvätersitte handwerklich und fast ausschließlich mit Biozutaten gewalktes Brot. Täglich gibt es andere Sorten: Das Montagsbrot, das Dienstagsbrot... Und dazu ein reichhaltiges Angebot verschiedenster Brötchen und deftiger Kuchen.
Kein Wunder, dass sich üblicherweise ein Dutzend Menschen gleichzeitig in dem recht kleinen Laden drängelt.

Angesichts der Schlange hätte man also auf Hamsterkäufe tippen können. Stimmt aber nicht.

Nein, die Käufer waren superdiszipliniert und hielten ganz freiwillig einen 2-Meter-Abstand zum Vordermann oder zur Vorderfrau.
Sehr klug in Coronazeiten.

Und dazu war es draußen angenehm bei Frühlingstemperaturen und strahlendem Sonnenschein!
Ein klarer Doppelnutzen.

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Donnerstag, 12. März 2020
Coronafolgen auf dem Dorf
Im Supermarkt fehlt noch nichts - auch Klopapier ist noch genug da (zumindest das etwas teurere Recyclingpapier). Und eigentlich kenne ich nur wenige Menschen, die etwas panisch reagieren.

Auch unser Chor-Probenwochenende in zwei Tagen wird stattfinden.

Bloß unsere beiden Konzerte werden nun doch auf die zweite Jahreshälfte verschoben. Möglicherweise hätten wir vor relativ leeren Stuhlreihen singen müssen. Klassische Musik hat ja eher ein etwas älteres Publikum.

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Mittwoch, 12. Februar 2020
Aus aktuellem Anlass
Rechenbeispiel:
Damit Nullen etwas gelten, müssen sie immer weiter nach rechts rücken.


Ich bin einfach nur entgeistert über die aktuelle Politik in der BRD.

Herr Kemmrich hätte sich ein Denkmal setzen können, wenn er einfach nur gesagt hätte:"Unter diesen Umständen nehme ich die Wahl nicht an."

Jetzt dieses Kuddelmuddel mit Machtspielchen, die aber ganz offensichtlich nicht beherrscht werden. Und die vernünftige Lösungen blockieren...

Wie wäre es mal mit einer klaren Haltung gegenüber der Vogelschiss-Alternative, die mit Wonne und scheindemokratischen Argumenten alle anderen am Nasenring durch die Manege ziehen?

(Bei allem Zorn dürfen wir uns ja noch glücklich schätzen, in einem Staat mit Gewaltenteilung zu leben - immer noch die beste Demokratie, die wir je hatten.)

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Freitag, 4. Oktober 2019
Wieder Rekord
Der vergangene Monat hat den bisherigen Rekord für den global wärmsten September seit 1981 eingestellt. So lag die Durchschnittstemperatur um 0,57 Grad höher als im Vergleichszeitraum 1981 bis 2010, wie der EU-Klimawandeldienst Copernicus mitteilte.

Ein ähnlicher Wert sei bereits im Jahr 2016 - dem bisherigen Rekordhalter - erreicht worden. Der September 2019 sei damit der vierte Monat in Folge, der nahe an vorherige Rekordtemperaturen herankam oder sie sogar übertraf, teilte Copernicus weiter mit. Im Juni und im Juli hatte der Klimawandeldienst neue Rekordwerte gemessen, der August war den Angaben zufolge der zweitheißeste seit 1981.
Im September 2019 habe die durchschnittliche Temperatur sogar um 0,02 Grad Celsius über der des bisherigen Rekordjahrs 2016 gelegen. Aufgrund der geringen Differenz teilten sich beide Monate aber die Spitzenposition, hieß es in der Mitteilung.

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Freitag, 20. September 2019
Demoma, Demopa bei Fridays for future


Natürlich haben wir uns an der Klima-Demo heute beteiligt! Wie Hunderttausende in allen Ländern der Erde.
Der BUND hatte im beschaulichen, konservativen Bad Homburg eine Demo mit 200 Teilnehmern angemeldet.
Gekommen sind gut 1000 Menschen - und diesmal war die Zahl der erwachsenen Teilnehmer größer als die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die "mit Migräne" aus den Schulen dazu kamen.
Wir sind stolz auf diese "Schulschwänzer"!









Heute, endlich:
Wir kriegen also ein Klimagesetz. Warum denn jetzt erst?
Ohne den Druck von Greta & Friends
hätten alle Umweltverbände, alle Klimaforscher und Wissenschaftler sich weiterhin abstrampeln können, um Gehör zu finden.
Aber wenn ihnen künftige Wählergruppen weg zu brechen drohen, werden Parteien wohl doch unruhig.

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Sonntag, 12. Mai 2019
Wasch mir den Pelz...
Eine große Mehrheit unserer Landsleute will, dass gegen den Klimawandel und das Artensterben etwas unternommen wird.
Sind ja auch gruselig, diese Nachrichten...

Eine Mehrheit will aber keine CO²-Steuer. Man könnte ja gezwungen sein, im Interesse unserer Nachkommen am eigenen Lebensstil etwas verändern zu müssen, damit der Geldbeutel nicht so rasch leer wird.

Ich habe vor mehr als einem halben Jahrhundert noch andere, sparsamere Konsum-Zeiten erlebt und dabei nie das Gefühl gehabt, dass uns etwas fehlte, obwohl wir viel weniger Geld und Dinge zur Verfügung hatten.

Jetzt haben wir alles, was man sich nur denken kann, im Überfluss und bis zum Überdruss.
Aber nun fehlt mir vieles aus meiner Kinderzeit:
Das Gebrumm der Hummeln. Der gleichzeitige Gesang vieler Feldlerchen und die Schlüsselblumen auf der Feuchtwiese. Und noch viel mehr, was man nicht kaufen kann. Selbst die insektenverklebte Windschutzscheibe fehlt mir.

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Donnerstag, 28. März 2019
Brexit-Cat

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