Samstag, 21. Oktober 2017
# me too
Älter werden hat nach meiner Erfahrung einen großen Vorteil: Im Allgemeinen werde ich heute von den meisten Menschen höflich, freundlich und respektvoll behandelt. Ich bin eben raus aus dem "reizvollen" Alter.

Aber auch ich kenne aus jüngeren Jahren, vor allem in der Zeit als aktive Gemeindevertreterin - tätliche und verbale Übergriffigkeit, sexuelle Anzüglichkeiten, Brustgrapschen und Kniffe in den Po. Mehrmals sogar im Beisein anderer Menschen, denen es genau wie mir die Sprache verschlug ob der Frechheit und vor allem der Peinlichkeit dieser Attacke.
Bürgermeister, Erster Beigeordneter, reich gewordener Unternehmer, leider auch der Fraktionsvorsitzende der eigenen Partei...alle kleine Weinsteins.

Leider bin ich in solchen Situationen nie schlagfertig gewesen. Weder verbal noch handfest.
Gut dass heute das Gesetz auf der Frauenseite ist.
Und ich wäre heute nicht mehr so sprachlos....

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Samstag, 8. Juli 2017
Positionsbestimmung
Was da in Hamburg passierte, verschlägt einem die Sprache.
Dass es bei den G20 -Gesprächen schon gefeiert wird, dass es keinen Rückschritt von früheren Positionen gegeben hat - das war voraussehbar.
Dass es wie immer Chaoten im Schutze der demonstrierenden Menge geben würde: auch das war zu erwarten.
Es macht mich wütend, dass aber kaum etwas von den ernsthaften und friedfertigen Protesten und von alternativen Veranstaltungen berichtet wird, weil es Gruppen von Gewalttätern gelang, das Gewaltmonopol der Polizei außer Kraft zu setzen, immense Schäden anzurichten und zur hässlichen Fratze des Protestes zu werden.

Was soll daran politisch sein, Menschen mit Stahlkugeln zu verletzen, Existenzen von kleinen Ladenbesitzern zu gefährden oder Geschäfte auszuräumen; Anwohner zu bedrohen oder mit Steinen zu bewerfen, wenn sie ihre in Brand gesteckten Autos löschen wollten? Was soll mit solcher Gewalt verbessert werden?

Da ärgert es mich gewaltig, wenn von "Linksextremisten" die Rede ist. Pure Lust an der Zerstörung ist einfach nur kriminell und hat mit der politischen Definition von links oder rechts nichts, aber auch gar nichts zu tun.

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Sonntag, 19. Februar 2017
Was passierte gestern in Schweden?
Trump liest nicht, er mag keine Bücher, hat er mal gesagt.
Da wird er Faust auch nicht kennen.

Goethe, Faust, Teil 5:

Andrer Bürger:

Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.


Aber dass man seine einfältigen Anhänger mit erlogenen Gruselnachrichten manipulieren kann - das hat er begriffen.
Doof, das in Schweden gestern gar nichts passiert ist.
Trotz der vielen Flüchtlinge...

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Montag, 23. Januar 2017
Narzisst mit Goldlocke
Im Blog von Wuhei aus Österreich habe ich dies gelesen und sogleich abgekupfert:


"...Der Papst, D. Trump, Klitschko und ein kleiner Junge sitzen im Flugzeug. Es kommt zum Notausstieg, es gibt aber nur 3 Fallschirme:

Klitschko sagt, ich bin zu berühmt, ich darf nicht sterben, schnappt sich einen Rucksack und springt.

Trump sagt, ich bin der klügste Mann der Welt, man braucht mich, schnappt sich einen Rucksack und springt.

Der Papst sagt, Junge nimm du den letzten, ich komme eh in den Himmel.

Der Junge sagt, nee Papst nimm ruhig, einer ist noch da, Trump ist mit meiner Schultasche gesprungen.

..."



Ach, wenn die Lösung des Problems doch bloß so einfach wäre...

Tagtäglich drängen sich die Parallelen zu der Zeit auf, als ein selbstverliebter Demagoge mit seiner Clique in kurzer Zeit ein ganzes Volk mitgerissen, Presse- und Meinungsfreiheit abgeschafft, mit seinem Rassismus Millionen Menschen in Vernichtungslagern umgebracht und viele viele weitere Millionen in einen Krieg getrieben hat, der mit Tod, Vertreibung und politischen Umwälzungen endeten, die bis heute anhalten. - Er war vom Volk gewählt.

Europa stand für die Hoffnung, dass sich Nationalismus, Isolationismus und Rassismus mit allen seinen schrecklichen Folgen nicht wiederholen sollten.
Doch jetzt sitzen im Europaparlament Abgeordnete, die Europa abschaffen wollen und die europäische Idee vollkommen vergessen haben.
Und Amerika hat einen gewählten Präsidenten, der sich die Welt zurecht lügt, ausgestattet mit einer gewaltigen Machtfülle.

America first...Deutschland den Deutschen...
Mir wird ganz kalt.

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Mittwoch, 9. November 2016
2016: Was für ein Jahr!
Manche Dinge kann man nicht voraussehen.

Beispielsweise, dass bei einem Haus keine Sanierung, sondern nur ein Abriss möglich ist und es komplett neu gebaut werden muss.

Auch Brexit und einen Sieg von Trump ("Belgium is a nice town!") ) konnte man nicht vorhersehen, genau so wenig wie den Aufstieg manch anderer Autokraten und Diktatörchen und einen Zerfall des europäischen Gedankens.
Schlammschlachten und Verrohung der Sprache, Rassismus, Nationalismus, Gier, Missgunst, Hass, Gewalt - waren wir nicht schon mal weiter?

All das kommt uns teuer. In vieler Hinsicht.

Aber zumindest bei einem neuen Haus ist das Risiko einigermaßen überschaubar. Bei Brexit, Trump, Erdogan, Orban und Konsorten bin ich mir da nicht sicher.

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Montag, 27. Juni 2016
Now we have the Salad
Alle sind jetzt rat- und planlos. So ist das eben, wenn der Verstand ausgeschaltet wird und nationaler Egoismus und ein diffuses Minderwertigkeitsgefühl (oder Überwertigkeitsgefühl?) - das unbedingt kompensiert werden muss - das Kreuzchen auf einen Zettel malen lässt.
Der Brexit wird noch einen Rattenschwanz an Folgeentscheidungen hinter sich herziehen, die niemandem schmecken werden. Nicht nur Britannien ist gespalten. Überall in Europa steckt der Spaltpilz.
Und ich zweifle zunehmend an der Weisheit von Mehrheiten. Wenn man nur mit Ja oder Nein antworten kann, gehen komplexe Sachverhalte unter.

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Samstag, 2. April 2016
Flüchtlinge
Ein Aufruf von 1945. Gefunden im Freilichtmuseum Hessenpark.

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Dienstag, 15. März 2016
Nicht alternativlos
Meine Fachärztin wird es verschmerzen, dass ich nun nicht mehr zu ihr gehe. Sie wird jetzt ja ohnehin nicht mehr so viel Zeit für ihre Patienten aufbringen können,
schließlich ist sie am Sonntag für die "Alternativen" in den Kreistag eingezogen. Für die Partei, die auch auf Menschen schießen lassen würde, im Namen der inneren Sicherheit.
Bloß fühle ich mich dabei nicht mehr so sicher...
Da habe ich mir doch lieber gleich meine eigene Alternative gesucht.

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Sonntag, 31. Januar 2016
Abschied von Andreas Buro

Andreas Buro mit seiner Frau Rotraut und dreien seiner vier Kinder, etwa 1977

Am 19. Januar ist Professor Dr. Andreas Buro, der Träger des Aachener und des Göttinger Friedenspreises, im Alter von 87 Jahren gestorben.
Gestern mussten wir uns bei einer bewegenden Trauerfeier von ihm verabschieden. Ein großartiger, kluger und besonnener Mensch, der sein ganzes Leben lang unermüdlich für den Dialog unter den Völkern und für friedliche Konfliktlösungen warb.

Über vierzig Jahre waren wir Freunde und Weggefährten und uns im Friedensnetz Taunus, aber auch privat, verbunden. Bei wie vielen Veranstaltungen, Demonstrationen, Ostermärschen hat er seine Stimme erhoben! Die Friedensbewegung verdankt ihm unendlich viel.
Gerade jetzt, angesichts der vielen Krisen auf der Welt, wären seine politischen Analysen und seine Lösungsvorschläge so wichtig.


Ostermarsch 1983 im Hintertaunus. Andreas mit Transparent. Mich sieht man ganz rechts.

Danke, Andreas. Wir vermissen dich...





Eine Antwort der Kooperation für den Frieden zu der Diskussion über das Gedicht von Günter Grass - mit den Worten des Friedens- und Konfliktforschers Andreas Buro, ebenfalls in Form eines Gedichtes.

06. April 2012

Schon lange haben wir über die Drohungen aus dem Iran-Konflikt gesprochen,
haben Vorschläge gemacht,
wie eine friedliche Lösung erreicht werden könne
und die Maulhelden um Mäßigung
und Vernunft gebeten.

Die Antworten von oben waren eindeutig:
Alternativlos sei die Politik der Sanktionen;
Die ultima ratio des Militärschlages dürfe nicht ausgeblendet werden;
Der Iran sei von der Achse des Bösen hinab zustürzen.
Friede würde nur sein
durch eine Politik der Stärke.

Durch die Worte hörten wir schon
das Krachen der Bomben,
das Stöhnen der Getroffenen,
die Verherrlichung des blutigen Sieges durch die Machtpolitiker
und die Heldenreden der meist überlebenden Generäle.

Was für ein Frieden!
Wir denken an Irak und Afghanistan,
manche auch noch an Vietnam,
an die Folteropfer der Generäle in Lateinamerika,
an die Stellvertreterkriege in Afrika
an das Verhältnis von 9 zu 1
der Zivilen Opfer zu den toten Soldaten oder
den Kollateralschäden zu den angeblichen Helden.

Günter Grass hat vor Krieg gewarnt,
Israel als eine Gefahr für den Weltfrieden bezeichnet.
Wir hätten auch die USA, die Erfinderin der Achse des Bösen, genannt,
aber auch die vielen arabischen und islamischen Staaten,
die mit der Kalaschnikow spielen
und aktuelle Konflikte anheizen.

Wir hätten noch auf die Gewaltsucht vieler herrschenden Kräfte gedeutet,
auf ihre Unfähigkeit, ja sogar Unwilligkeit, Frieden zu stiften.
Wir hätten auf die vielen Industrien des Todes verwiesen
und auf ihre glänzenden Geschäfte.
Wir vergessen auch nicht die Produzenten der Verklärung von Krieg:
Humanitäre Interventionen mit etwa 50 000 Toten in Libyen!
und auch nicht die Umarmungen aller getreuen Diktatoren durch die westlichen demokratischen Regierungen.

Schlammschlachten zur Abwehr der Lyrik von Günter Grass,
über seine SS-Zugehörigkeit als 16-jähriger Jugendlicher,
sein angeblich gestörtes Verhältnis zu Israel,
oder gar zu dem Versmaß seines Gedichtes
sollen von seiner Botschaft ablenken:
Keine Politik, die zu einem Krieg im Iran-Konflikt führen kann!

Wir aus Friedensbewegung und Friedensforschung
fordern zum großen Wettbewerb auf,
um eine friedliche Lösung,
um einen Nichtsangriffspakt zwischen den Kontrahenten
und die folgende Aufhebung aller Sanktionen,
um Kontrolle der nuklearen Bestrebungen durch die IAEA,
um die Schaffung einer atomwaffenfreien Zone in Mittel- und Nahost,
um die Eröffnung eines regionalen Dialogs für Sicherheit und Zusammenarbeit
zur Entfaltung von Vertrauen und zum Abbau der Konfrontation
zugunsten von Kooperation der Völker und Staaten.
Deutschland könnte dazu beitragen.
Günter Grass hat dazu beigetragen, diese Aufgabe wieder auf die Tagesordnung zu setzen.
Danke!

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Freitag, 1. Januar 2016
Wünsche, auch für 2016
von Peter Rosegger (1843-1918)

Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit,
Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid,
Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass,
Ein bisschen mehr Wahrheit - das wäre doch was!

Statt so viel Unrast, ein bisschen mehr Ruh`,
Statt immer nur Ich, ein bisschen mehr Du,
Statt Angst und Hemmung, ein bisschen mehr Mut
Und Kraft zum Handeln - das wäre gut!

Kein Trübsal und Dunkel, ein bisschen mehr Licht,
Kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht,
Und viel mehr Blumen, solange es geht,
Und nicht erst auf Gräbern, da blüh`n sie zu spät!





Diese Wünsche sind immer noch aktuell, nicht wahr?

Hoffen wir für alle Menschen dieser Erde, dass die gewaltigen und gewalttätigen Verwerfungen ein glimpfliches Ende finden. Dass aus den Ruinen Neues entstehen kann. Dass mehr Gerechtigkeit und kein Hunger den Alltag der Menschen beherrscht. Dass Religion Privatsache wird und nicht Waffe oder Vorwand ist. Dass....--ach, wie viele Wünsche habe ich noch für das neue Jahr...!

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