Sonntag, 24. August 2014
Jetzt oben ohne
Nun ist auch der zweite Teil Schilddrüse nicht mehr vorhanden.
Schon am zweiten Tag nach der Operation die Entlassung, denn alle Werte sind in Ordnung, die Nebenschilddrüsen und die Stimmbandnerven konnten geschont werden.
Noch ist die Stimme etwas kratziger als gewohnt, der Hals noch wund von der Intubationsnarkose. Und überall blaue Flecken.
Den Schnitt hat man über der alten Narbe gemacht, natürlich etwas erweitert. Noch verstecke ich die verpflasterte Wundnaht hinter einem Tuch, damit niemand sich erschreckt.
Am Mittwoch noch eine Kontrolle in der Klinik, dann werden die Fäden gezogen. Die Schönheit meines Halses wird dann ja wohl für die nächsten 20 Jahre ausreichen. Notfalls muss ich mir ein mehrreihiges Kettchen drüber hängen...

Und dann hoffe ich darauf, in absehbarer Zeit meine Stimme wieder trainieren zu können.
Ich möchte doch unser Konzert im November mitsingen: Luis Spohr: Die letzten Dinge.

Dank aller guten Wünsche und der wirklich guten Betreuung im Bürgerhospital, Station N2, glaube ich : Das wird schon werden...!

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Montag, 18. August 2014
Genug gezittert
"Wenn Sie genug gezittert haben, werden Sie sich schon operieren lassen", hatte der Nuklearmediziner gesagt, der meine Knoten in der Schilddrüse untersucht hat.

Jetzt habe ich genug geschwitzt und gezittert, mein Herz hat genug gerast. Alle Beschwerden haben sich seit der Rückkehr aus Lettland und den Tagen mit intensiver Sonneneinstrahlung und jodhaltiger Luft an der Ostsee massiv verstärkt.
Da es ja ohne Operation ohnehin keine Besserung geben würde, ist es nun soweit.

Übermorgen geht es ins Frankfurter Bürgerhospital.

Ich bitte um freundliches Daumendrücken, vor allem für meine Stimme.

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Mittwoch, 13. August 2014
Hoffnungsschimmer für Kamal
Knapp 21 Jahre alt, aus Syrien vor dem Krieg geflohen,
sucht er seit vielen Monaten eine kleine Wohnung.
Er besitzt eine Aufenthaltsgenehmigung, also einen gesicherten Status.
Aber er spricht die deutsche Sprache noch nicht gut genug, um sein in Syrien begonnenes Studium fortsetzen zu können. Und schon gar nicht, um das Wiehern des Amtsschimmels zu verstehen.

Seit ein paar Monaten habe ich die "Patenschaft" für ihn übernommen.

Heute haben wir endlich eine kleine möblierte Wohnung
gefunden. Eine Rarität in unserem Landkreis mit den vielen Millionären,
dass sie auch noch 50 Euro unter der Grenze liegt, die das Jobcenter zu zahlen bereit ist.
Penibel saubere deutsche Gemütlichkeit mit viel Nippes...
Aber wenn das Jobcenter seinen Segen gibt, kann Kamal aus der dreckigen Notwohnung endlich ausziehen.
Sein Deutschintensivkurs beginnt in Kürze, und vielleicht findet er ja auch eine Arbeit.

Sechs Stunden mit insgesamt etwa 60 km Autofahrt, lange Gespräche mit dem Vermieterehepaar, ermüdende Telefonate und Besuch auf Ämtern...
Wenn es unseren Freundeskreis Asyl nicht gäbe: Wie hätte der junge Mann diese auch für mich sehr komplizierte Organisation bewältigen können?

Also, liebe Freunde:
Werdet Pate für Flüchtlinge.
Seid Menschen. Es kann auch eure Enkel treffen.

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