Montag, 18. August 2014
Genug gezittert
"Wenn Sie genug gezittert haben, werden Sie sich schon operieren lassen", hatte der Nuklearmediziner gesagt, der meine Knoten in der Schilddrüse untersucht hat.

Jetzt habe ich genug geschwitzt und gezittert, mein Herz hat genug gerast. Alle Beschwerden haben sich seit der Rückkehr aus Lettland und den Tagen mit intensiver Sonneneinstrahlung und jodhaltiger Luft an der Ostsee massiv verstärkt.
Da es ja ohne Operation ohnehin keine Besserung geben würde, ist es nun soweit.

Übermorgen geht es ins Frankfurter Bürgerhospital.

Ich bitte um freundliches Daumendrücken, vor allem für meine Stimme.

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Mittwoch, 13. August 2014
Hoffnungsschimmer für Kamal
Knapp 21 Jahre alt, aus Syrien vor dem Krieg geflohen,
sucht er seit vielen Monaten eine kleine Wohnung.
Er besitzt eine Aufenthaltsgenehmigung, also einen gesicherten Status.
Aber er spricht die deutsche Sprache noch nicht gut genug, um sein in Syrien begonnenes Studium fortsetzen zu können. Und schon gar nicht, um das Wiehern des Amtsschimmels zu verstehen.

Seit ein paar Monaten habe ich die "Patenschaft" für ihn übernommen.

Heute haben wir endlich eine kleine möblierte Wohnung
gefunden. Eine Rarität in unserem Landkreis mit den vielen Millionären,
dass sie auch noch 50 Euro unter der Grenze liegt, die das Jobcenter zu zahlen bereit ist.
Penibel saubere deutsche Gemütlichkeit mit viel Nippes...
Aber wenn das Jobcenter seinen Segen gibt, kann Kamal aus der dreckigen Notwohnung endlich ausziehen.
Sein Deutschintensivkurs beginnt in Kürze, und vielleicht findet er ja auch eine Arbeit.

Sechs Stunden mit insgesamt etwa 60 km Autofahrt, lange Gespräche mit dem Vermieterehepaar, ermüdende Telefonate und Besuch auf Ämtern...
Wenn es unseren Freundeskreis Asyl nicht gäbe: Wie hätte der junge Mann diese auch für mich sehr komplizierte Organisation bewältigen können?

Also, liebe Freunde:
Werdet Pate für Flüchtlinge.
Seid Menschen. Es kann auch eure Enkel treffen.

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Sonntag, 10. August 2014
Nach dem Sturm
Wie immer, nach länger andauerndem oder oft wechselndem Besuch
lieber Menschen falle ich etwas erschöpft in ein Loch, wenn alle wieder abgereist sind und wenn eine (vermutlich) besuchslose Zeit bevorsteht.
Keine Berge von Geschirr mehr, keine großen Kochtöpfe, keine öfter laufende Waschmaschine... Unser behagliches Nest erscheint mir auf einmal viel zu groß.
Wenn alles wieder am gewohnten Platz steht, die letzten Krümel gefunden und ausgefegt sind, genieße ich allerdings auch die Ruhe.

Welch ein Glück hatten wir mit dem Wetter!
Gestern noch ein langer Abend mit Lagerfeuer, heute Donner und Blitz mit schwer hängenden Regenwolken, Sturmböen und frühherbstlich anmutendem Nebel über den Feldern.

Ja, der recht wechselhafte Sommer neigt sich dem Ende zu...

Aber warum sollte ich das beklagen, wenn doch jetzt der Phlox in den herrlichsten Farben blüht?

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