Freitag, 8. Februar 2013
Leicht wie die Schneeflocken draußen
Nach 23 Jahren als Vorsitzende unseres BUND-Ortsverbandes habe ich jetzt mit meiner Stellvertreterin die Plätze getauscht.
Und darf mich nun viel weniger verantwortlich für die Organisation fühlen...

Vielleicht finde ich jetzt endlich mal die Zeit für alle unsere Familiendokumente und Erinnerungen, die ich für die Kinder und Enkelkinder sortieren und so aufarbeiten will, dass die vielen alten Fotos, die noch vorhanden sind, auch den richtigen Personen zugeordnet werden können. Und dass Erinnerungen an mir liebe Menschen nicht verloren gehen.

Unter allen Cousins und Cousinen bin ich die Älteste. Und da sind nur noch sehr wenige Ältere, die ich noch befragen könnte.

Also, Siria: Schreib alles auf, solange der Kopf noch mitmacht und ehe die letzten Quellen versiegen...

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Sonntag, 3. Februar 2013
Altherren-Anmache...
...war immer schon.
Auch in meinen 22 Jahren als Kommunalpolitikerin und einem Jahr im Landtag. Das ist nun schon zwei bis drei Jahrzehnte her.
Klar, derzeit war ich jünger und nicht unansehnlich.

Anmache: Wenn mir der Parteifreund in den Po kneift.

Wenn der konservative Bürgermeister mich beim Nachrücken in die Gemeindevertretung nach der Sitzung vor versammeltem Stammtisch mit den Worten anspricht: "Schön, dass Sie wieder dabei sind. Ihren Busen habe ich schon immer gerne angeschaut!"
Und alle komplett sprachlos da sitzen, vor allem ich. Und fieberhaft überlege, ob ich ihm eine Ohrfeige verpassen soll (nein) oder mir eine schlagfertige Antwort einfällt (leider auch nein - heute wüsste ich eine...)

Oder wenn ein Mitsänger nach der Chorprobe - ebenfalls am Stammtisch und vor seiner Frau - laut bekundet, dass er gerne mal mit mir ins Bett wolle, um zu sehen, wie das mit einer vom Landtag so ginge.

Peinlich für mich, weil es mich überrumpelte.

Noch peinlicher für die gockelnden Herren, die besser ihre Geisteshaltung verborgen und ihren Mund gehalten hätten.

Da hat sich offensichtlich nichts geändert...

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Donnerstag, 31. Januar 2013
Vor 80 Jahren...
...war meine Mutter 13 Jahre alt und wuchs in ein politisches System hinein, das Millionen Menschen systematisch ermordete, die Welt mit Krieg überzog und stark veränderte.

Ich selber bin in der Woche des "Zusammenbruchs" dieser Diktatur auf die Welt gekommen. Und erinnere nur Ruinen , in denen ich spielen konnte, bläuliche Magermilch, schwarzhäutige US-Soldaten und einen "Onkel Papa", der vier Jahre nach meiner Geburt aus englischer Kriegsgefangenschaft zurück kehrte.

Was in den Jahrzehnten vor meiner Geburt geschah, hat mich aber immer sehr bewegt.

Nun hat der schwedische Schriftsteller Torkel S.Wächter die Geschichte seiner deutsch-jüdischen Familie rekonstruiert und lässt uns Tag für Tag - in um 80 Jahre verschobener Echtzeit - an ihrem Leben vor 80 Jahren teilhaben.

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