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Freitag, 22. Januar 2010
Himmlische Töne
siria, 23:12h

Heute war ich bei einem Großmarkt im Nachbarort einkaufen.
Laut war es auf dem Parkplatz. Viele Autos fuhren an und ab, Türen knallten. Richtig laut.
Und im Gehölz am Rande des Parkplatzes sang ein Rotkehlchen - aus voller Kehle. Auch richtig laut.
Und wunderschön: Von Sehnsucht nach einer Partnerin, von Stolz auf so ein belebtes Revier, von Glück und Dankbarkeit, das winterliche Schneetreiben und die schmale Kost gut überlebt zu haben.
Fünf Minuten lauschte ich diesem Gesang, verzaubert...
Bis ich merkte, dass mich das Publikum etwas verwundert betrachtete - wie ich da so stand und in die Höhe schaute.
Da brachte ich meinen Einkaufswagen zurück.
Und das Rotkehlchen?
Ohne Zuhörer flog es frustriert davon.
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Mittwoch, 20. Januar 2010
Winterblüte
siria, 13:40h

Seit Wochen erfreuen mich in meinem Mini-Wintergarten einige große Weihnachtskakteen mit ihrer Blütenpracht. Alles Erbstücke, auf die ich in Erinnerung an die früheren Besitzer ein aufmerksames Auge richte.
Die unterschiedlichen violetten Farbtöne passen wunderbar zusammen mit der Farbe der Alpenveilchen. Die sind auch dankbar für den hellen und kühlen Raum, der eigentlich nur eine Art "Wurmfortsatz" unseres Flures ist.
Aus dem violetten Spektrum sticht nur die Clivie mit ihrem kräftigen Orange hervor.

Selbst dem Holzwurm fiel auf, dass da so viele Blüten leuchten... Vermutlich nimmt er den Wintergarten, der mit fast allen meinen Überwinterungskandidaten vollgestopft ist, sonst nur als eine Art Dschungel wahr, als eine grüne Hölle.
Kakteen und Clivie machen mir viel Freude, weil sie mein eher sparsames Gießen nicht übel nehmen.
Die Alpenveilchen strafen mangelnde Aufmerksamkeit und fehlendes mäßig-regelmäßiges Gießen mit hängenden Blüten und sind auch keineswegs dankbar, wenn sie als Ausgleich dann mal kräftig getaucht werden.
Am pflegeleichtesten sind allerdings die Amaryllis. Hier liebe ich besonders die zarten und kleineren Sorten, Kolibri genannt, die ihre Blütenblätter mit einem vorwitzigen Schwung nach außen biegen und nicht ganz so gravitätisch-prächtig aussehen wie die großblütigen Rittersterne.
Und ich vergesse auch nie, die von mir besonders geliebten weißen Blütensterne mit ihrem betörenden Duft, die Tazetten "Paperwhite" anzutreiben.
Sie wecken schon eine Ahnung von Frühjahr.
Und dabei sind doch Anfang Januar erst die letzten Kraniche gen Süden geflogen....
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Sonntag, 17. Januar 2010
Grau, trübsinnig, nass
siria, 16:41h


Der Schnee taut, sehr plötzlich.
Wasser läuft in die Keller. Und manches Rohr zeigt, dass es eingefroren war und dabei zu Schaden kam.
Von steilen Dächern rutschen Dachlawinen - sehr unangenehm, wenn man gerade darunter steht...
Kein Sonnenstrahl wärmt das Herz. Alles grau, die einzige Helligkeit bringt die immer noch geschlossene Schneedecke.
Spazierengehen macht keine Freude, denn die Füße werden nass. Ich hätte lieber die Gummistiefel anziehen sollen. Aber dafür ist es mir zu kalt.
Ins Auto steige ich gewiss heute nicht mehr. Wenn die Temperaturen heute abend wieder anziehen, soll es gefährlich glatt werden.
Jetzt mache ich erst mal den Kamin an.
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