Donnerstag, 24. Februar 2011
Die Märker
Der Holzwurm hat gestern einen interessanten Vortrag über die Waldwirtschaft in unserer Region gehalten.
Auch über die Märker berichtete er, eine schon in karolingischer Zeit gegründete Genossenschaft von Waldnutzern. Ihr heilig gehaltener Grundsatz bestand darin, dem Wald nicht mehr Bäume zu entnehmen als nachwuchsen. Eine frühe Idee der Nachhaltigkeit also, die auch mit Sanktionen bewehrt war.
(Bis heute erinnern Gemarkungsnamen - beispielsweise die Hohemark, an diese Märker, und einige wenige hochbetagte Märker gibt es noch heute. Mit ihnen wird ihr Waldnutzungsrecht aussterben.)

Bloß manche Landesherren hielten sich nicht an diese Verabredung, so beispielsweise die hessischen Landgrafen, die für ihre Prachtbauten und Handwerksbetriebe weit mehr Holz dem Wald entnahmen, als dieser verkraften konnte.
Diese Herren allerdings hatten keine Strafe zu fürchten.
Das veranlasste dann auch die Märker, zu befinden, dass niemand für eine Tat zu Rechenschaft gezogen werden solle, für die auch der Landesherr ungestraft blieb.
Die Folge war ein nahezu kompletter Kahlschlag in den Taunuswäldern... Bis dann endlich mit der geregelten Forstwirtschaft vor etwa 200 Jahren dem bösen Treiben ein Ende gesetzt wurde.
Und heute sind wir eine recht waldreiche Region im Rhein-Main-Gebiet.

Warum ich das erzähle? Klar, einmal als Umwelt-Tante.

Und dann, weil auch der freiherrliche von Guttenberg nur selber ein Plagiat unserer Landesherren ist und die Landeskinder nun auch alle abschreiben dürfen.

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liebe siria-umwelt-tante, vielen dank für diese wunderbare geschichte. über das waldnutzungsrecht habe ich schon irgendwo flüchtig (wahrscheinlich in einem umweltmagazin) nachgelesen, doch ihre freundliche umschreibung der geschichte hat mir viel besser gefallen. und dem freiherrlichen letzten absatz ist nichts mehr hinzuzufügen... ;-)

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