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Dienstag, 9. Februar 2010
Morgenrituale
siria, 18:08h
Jeden Morgen das gleiche:
Der Holzwurm steigt aus dem Bett und zwei Treppen hinunter, um Wasser für den Tee aufzusetzen.
Dann verlässt er das Haus und quert den Hof, um die Zeitung aus dem Briefkasten zu fischen und um den Hühnerstall zu öffnen. Anschließend kommt er mit Hund und zwei Katzen im Gefolge -welche die Nacht in der Scheune verbracht haben - zurück ins Haus, gießt den Tee auf und füllt die Futternäpfe der Tiere.
Ich freue mich über das Privileg, noch ein wenig im Bett lesen zu dürfen.
Unsere schwarze Katze mit dem treffenden Namen Mocca besucht mich noch vor dem Fressen im Schlafraum unterm Dach, um mich abzuholen.
Unter ständigem Gemaunze versucht sie als erstes, ihre Krallen an einem handgeknüpften Teppich zu schärfen, was mich natürlich zu einem lauten Protestschrei veranlasst. So lässt Mocca von weiterem unheilvollen Tun ab, baut sich neben meinem Bett auf und beobachtet mich unverwandt, bis ich mein aktuelles Kapitel gelesen habe. Und das kann schon etwas dauern.
Wenn ich dann endlich aufstehe und Richtung Bad und danach zur Küche strebe, muss noch ein "Köpfel-Ritual" bestanden werden. Das heißt, im Treppenabgang bleibt Mocca solange auf der obersten Stufe stehen, bis ich mit dem Kopf auf ihrer Höhe bin. Und dann werden unsere Köpfe aneinander gestuppst und Mocca bekommt einige Krauleinheiten.
Danach hüpft sie auf der Treppe mir voran, um endlich an den Futternapf zu kommen.
Und gleich nach dem Füttern steht sie schon wieder laut maunzend an der Küchentür, mit der dringenden Bitte, dass sie nun in mein Bett und dort ganz in Ruhe den Tag verbringen will.
Und weil kein normaler Mensch dies Gemaunze lange aushält, verliert schließlich einer von uns die Nerven und öffnet die Tür. Und schwupps ist meine Katze auf dem Wege nach oben.
Weil mein schöner Teppich mich aber sehr dauert, und damit nicht noch mehr Fädchen herausgerissen werden, mache ich seit zwei Tagen die Falltür zum Schlafraum hinter mir zu.
Jetzt muss Mocca auf ihr Federbett verzichten.

Wie man sieht, hat sie aber auf der Sitzbank in der Küche einen neuen Platz gefunden.
Dort ist es auch sehr schön warm, denn ein Heizkörper befindet sich gleich dahinter.
Der Holzwurm steigt aus dem Bett und zwei Treppen hinunter, um Wasser für den Tee aufzusetzen.
Dann verlässt er das Haus und quert den Hof, um die Zeitung aus dem Briefkasten zu fischen und um den Hühnerstall zu öffnen. Anschließend kommt er mit Hund und zwei Katzen im Gefolge -welche die Nacht in der Scheune verbracht haben - zurück ins Haus, gießt den Tee auf und füllt die Futternäpfe der Tiere.
Ich freue mich über das Privileg, noch ein wenig im Bett lesen zu dürfen.
Unsere schwarze Katze mit dem treffenden Namen Mocca besucht mich noch vor dem Fressen im Schlafraum unterm Dach, um mich abzuholen.
Unter ständigem Gemaunze versucht sie als erstes, ihre Krallen an einem handgeknüpften Teppich zu schärfen, was mich natürlich zu einem lauten Protestschrei veranlasst. So lässt Mocca von weiterem unheilvollen Tun ab, baut sich neben meinem Bett auf und beobachtet mich unverwandt, bis ich mein aktuelles Kapitel gelesen habe. Und das kann schon etwas dauern.
Wenn ich dann endlich aufstehe und Richtung Bad und danach zur Küche strebe, muss noch ein "Köpfel-Ritual" bestanden werden. Das heißt, im Treppenabgang bleibt Mocca solange auf der obersten Stufe stehen, bis ich mit dem Kopf auf ihrer Höhe bin. Und dann werden unsere Köpfe aneinander gestuppst und Mocca bekommt einige Krauleinheiten.
Danach hüpft sie auf der Treppe mir voran, um endlich an den Futternapf zu kommen.
Und gleich nach dem Füttern steht sie schon wieder laut maunzend an der Küchentür, mit der dringenden Bitte, dass sie nun in mein Bett und dort ganz in Ruhe den Tag verbringen will.
Und weil kein normaler Mensch dies Gemaunze lange aushält, verliert schließlich einer von uns die Nerven und öffnet die Tür. Und schwupps ist meine Katze auf dem Wege nach oben.
Weil mein schöner Teppich mich aber sehr dauert, und damit nicht noch mehr Fädchen herausgerissen werden, mache ich seit zwei Tagen die Falltür zum Schlafraum hinter mir zu.
Jetzt muss Mocca auf ihr Federbett verzichten.

Wie man sieht, hat sie aber auf der Sitzbank in der Küche einen neuen Platz gefunden.
Dort ist es auch sehr schön warm, denn ein Heizkörper befindet sich gleich dahinter.
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Samstag, 6. Februar 2010
Gang in der Dämmerung
siria, 19:58h
In der "blauen Stunde" zwischen Tag und Nacht laufe ich fast immer allein mit meinem Hund durch die Felder. Die meisten Hundehalter haben ihren Gang schon absolviert.
Einen wunderbaren Blick hinunter auf den Ort und dann wieder hinauf zur Höhe - wie der Taunus ja seit jeher eigentlich genannt wurde -, ist mir aber eher im Sommer gegönnt, nach sonnigen wolkenlosen Tagen.
Heute verschwand die Landschaft im Nebel, der die gleiche Farbe wie die schneebedeckten Felder zeigte.
Eine zartgraue gezackte Linie wies den Übergang von Feld zu Himmel nur dort, wo Hecken die Felder besäumen. Stille. Die Natur in Watte verpackt.
Der Ort war heute nur an dem orangefarbenen Schimmer zu erahnen, den die Straßenlaternen in den Nebel ausschickten und der sich in den Abermillionen Wassertröpfchen am Himmel spiegelte.
Niemand begegnete uns auf den dunklen Bändern der schneegeräumten Feldwege. Finstere Gestalten am Wegesrand verwandelten sich im Näherkommen in Apfelbäume, zum Rhythmus meiner Schritte standen die groben Zaunpfähle Spalier.
Eine verzauberte Welt.
Einen wunderbaren Blick hinunter auf den Ort und dann wieder hinauf zur Höhe - wie der Taunus ja seit jeher eigentlich genannt wurde -, ist mir aber eher im Sommer gegönnt, nach sonnigen wolkenlosen Tagen.
Heute verschwand die Landschaft im Nebel, der die gleiche Farbe wie die schneebedeckten Felder zeigte.
Eine zartgraue gezackte Linie wies den Übergang von Feld zu Himmel nur dort, wo Hecken die Felder besäumen. Stille. Die Natur in Watte verpackt.
Der Ort war heute nur an dem orangefarbenen Schimmer zu erahnen, den die Straßenlaternen in den Nebel ausschickten und der sich in den Abermillionen Wassertröpfchen am Himmel spiegelte.
Niemand begegnete uns auf den dunklen Bändern der schneegeräumten Feldwege. Finstere Gestalten am Wegesrand verwandelten sich im Näherkommen in Apfelbäume, zum Rhythmus meiner Schritte standen die groben Zaunpfähle Spalier.
Eine verzauberte Welt.
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Freitag, 5. Februar 2010
Apfelwein primeur
siria, 18:47h
Heute ist mal wieder der große Abend, an dem die privaten Apfelweinkelterer der näheren Umgebung ihre "Stöffchen" des Jahres 2009 präsentieren. Quasi die Generalprobe für den Apfelweinwettbewerb im Sommer.
Da wird - in aller Freundschaft - viel gelobt und ebenso viel niedergemacht, zur großen Freude aller Teilnehmer. Eine echte Kultveranstaltung.
Und wie in den vergangenen Jahren bietet ein gut sortierter Käseladen dazu fünf Variationen von Handkäse an, damit die vielen kleinen Apfelweinproben (die sich dann doch zu einer etwas größeren Menge in den Verkostern ansammeln) nicht zu einem Totalausfall der Geschmacksknospen führen.
Traditionell isst man den Handkäse hier mit "Musik", also eingelegt mit Zwiebeln, Essig, Öl, Salz, Pfeffer und Kümmel. Es ist aber immer wieder spannend, wie man diesen einfachsten aller Käse mit verschiedenen Zutaten zu sehr raffinierten kalten und warmen Gerichten verwandeln kann!
Ein Abend also nicht nur für Trinker...
Da wird - in aller Freundschaft - viel gelobt und ebenso viel niedergemacht, zur großen Freude aller Teilnehmer. Eine echte Kultveranstaltung.
Und wie in den vergangenen Jahren bietet ein gut sortierter Käseladen dazu fünf Variationen von Handkäse an, damit die vielen kleinen Apfelweinproben (die sich dann doch zu einer etwas größeren Menge in den Verkostern ansammeln) nicht zu einem Totalausfall der Geschmacksknospen führen.
Traditionell isst man den Handkäse hier mit "Musik", also eingelegt mit Zwiebeln, Essig, Öl, Salz, Pfeffer und Kümmel. Es ist aber immer wieder spannend, wie man diesen einfachsten aller Käse mit verschiedenen Zutaten zu sehr raffinierten kalten und warmen Gerichten verwandeln kann!
Ein Abend also nicht nur für Trinker...
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