Sonntag, 24. Januar 2010
Schneeflöckchen, Weißröckchen
Wieder alles weiß.

Ist doch eigentlich ganz normal für diese Zeit.
Und es gibt immer ein Auf und Ab im Laufe der Jahre.
Vor ein paar Jahrzehnten hatte nach ein paar schneereichen Jahren jemand die gute Idee, am Feldberg im Taunus einen Skilift zu installieren.
Prompt gab es sieben Jahre ohne nennenswerten Schneefall - und der Betreiber machte pleite.
In den dann folgenden Jahren gab es dann wieder Schnee, aber nie wieder einen Skilift.
Und innnerhalb der Jahre ohne großen Schneefall hatte jemand die originelle Idee, Plastikelemente auf den Siefriedschuss, die steile Abfahrtsstrecke - zu montieren, auf denen Skifahren ohne Schnee möglich war.
Bloß dass dann eben wieder Schnee fiel...
Und danach waren die Elemente kaputt und auch dieser Betreiber pleite.

Um 1880 erhob ein Frankfurter Privatgelehrter im Taunus als einer der Ersten überhaupt die Sozialdaten von den Bewohnern der fünf am höchsten liegenden Dörfer im Hohen Taunus.
Und beschreibt darin, dass diese sehr armen Dörfer im Winter wegen des Schnees bis zu vier Monaten von der Außenwelt abgeschnitten waren.
Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen...

Aber wenn das Streusalz knapp wird, wie zur Zeit, fühlen sich die Autofahrer schon am Rande einer Katastrophe....

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Freitag, 22. Januar 2010
Himmlische Töne


Heute war ich bei einem Großmarkt im Nachbarort einkaufen.

Laut war es auf dem Parkplatz. Viele Autos fuhren an und ab, Türen knallten. Richtig laut.

Und im Gehölz am Rande des Parkplatzes sang ein Rotkehlchen - aus voller Kehle. Auch richtig laut.
Und wunderschön: Von Sehnsucht nach einer Partnerin, von Stolz auf so ein belebtes Revier, von Glück und Dankbarkeit, das winterliche Schneetreiben und die schmale Kost gut überlebt zu haben.

Fünf Minuten lauschte ich diesem Gesang, verzaubert...

Bis ich merkte, dass mich das Publikum etwas verwundert betrachtete - wie ich da so stand und in die Höhe schaute.
Da brachte ich meinen Einkaufswagen zurück.

Und das Rotkehlchen?
Ohne Zuhörer flog es frustriert davon.

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Mittwoch, 20. Januar 2010
Winterblüte


Seit Wochen erfreuen mich in meinem Mini-Wintergarten einige große Weihnachtskakteen mit ihrer Blütenpracht. Alles Erbstücke, auf die ich in Erinnerung an die früheren Besitzer ein aufmerksames Auge richte.
Die unterschiedlichen violetten Farbtöne passen wunderbar zusammen mit der Farbe der Alpenveilchen. Die sind auch dankbar für den hellen und kühlen Raum, der eigentlich nur eine Art "Wurmfortsatz" unseres Flures ist.

Aus dem violetten Spektrum sticht nur die Clivie mit ihrem kräftigen Orange hervor.



Selbst dem Holzwurm fiel auf, dass da so viele Blüten leuchten... Vermutlich nimmt er den Wintergarten, der mit fast allen meinen Überwinterungskandidaten vollgestopft ist, sonst nur als eine Art Dschungel wahr, als eine grüne Hölle.

Kakteen und Clivie machen mir viel Freude, weil sie mein eher sparsames Gießen nicht übel nehmen.
Die Alpenveilchen strafen mangelnde Aufmerksamkeit und fehlendes mäßig-regelmäßiges Gießen mit hängenden Blüten und sind auch keineswegs dankbar, wenn sie als Ausgleich dann mal kräftig getaucht werden.

Am pflegeleichtesten sind allerdings die Amaryllis. Hier liebe ich besonders die zarten und kleineren Sorten, Kolibri genannt, die ihre Blütenblätter mit einem vorwitzigen Schwung nach außen biegen und nicht ganz so gravitätisch-prächtig aussehen wie die großblütigen Rittersterne.
Und ich vergesse auch nie, die von mir besonders geliebten weißen Blütensterne mit ihrem betörenden Duft, die Tazetten "Paperwhite" anzutreiben.

Sie wecken schon eine Ahnung von Frühjahr.
Und dabei sind doch Anfang Januar erst die letzten Kraniche gen Süden geflogen....

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