Montag, 31. März 2008
Freiluftsaisonbeginn
Kaum zu glauben, dass hier noch vor wenigen Tagen Schnee lag.

Heute erlebten wir den ersten herrlichen warmen Sonnentag und konnten mit kurzen Ärmeln draußen unseren Tee schlürfen und Monopoly spielen.

Im Nachbarort fand der erste Flohmarkt der Saison statt. Fünf neue Apfelweingläser ("Gerippte"), zwei geschliffene alte Portweingläser und mehrere Meter Jeansstoff wurden für wenig Geld meine Beute.
Und zwei leichte Sommerhosen, die ich jetzt endlich mal anprobieren muss. (Sonst kommen sie in meine Flohmarktkiste.)

Dabei brauche ich doch eigentlich gar nix.

Und am nächsten Sonntag ist im anderen Nachbarort
auch schon wieder Flohmarkt.
Und in 14 Tagen hier im Dorf.
Die Versuchungen nehmen kein Ende.

Wieso gibt es eigentlich auch heute noch Menschen mit steinzeitlicher Jäger- und Sammlerseele?

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Freitag, 28. März 2008
Ungeduld
Manche Menschen sind ungeduldige Patienten.

Ich bin schlimmer, denn ich bin ein sehr ungeduldiger Internet-Nutzer.

Immerhin weiß ich jetzt, dass mein superschneller Anschluss hier im Hintertaunus im Bummelzugtempo fährt. Die technischen Gründe habe ich schon wieder vergessen und sie interessieren mich eigentlich auch nicht.

Da habe ich doch allen Grund, ungeduldig zu sein, oder?

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Mittwoch, 26. März 2008
Unsere bosnische Pflegetochter
Mehr als zehn Jahre hatten wir Alida nicht gesehen.

1997 war sie mit ihren Eltern wieder nach Bosnien zurückgekehrt. Fünf Jahre zuvor hatte der Krieg sie mit ihren Eltern aus Banja Luka vertrieben zu Verwandten in Kroatien. Aber als auch dort gekämpft wurde, griff die Familie nach dem Strohhalm, den ihr die Initiative "Den Krieg überleben" bot und kam nach Deutschland.

Knapp vier Jahre war Familie K. bei uns zu Gast und lebte mit uns.

Suada, die Mutter, etwas jünger als ich, wurde mir in dieser Zeit lieb wie eine Schwester.

Alida, damals 12, übernahm dank ihrer Englischkenntnisse eine Dolmetscherfunktion.

Vater Mustafa, 15 Jahre älter als seine Frau, hatte es am schwersten. Er konnte die Flucht am wenigsten überwinden, die deutsche Sprache widerstand ihm und er, der Schulleiter gewesen war, litt unter der erzwungenen Untätigkeit.

Als sie uns als 17jährige verließ, sprach Alida ein akzentfreies Deutsch, und auch ihre Mutter hatte die Sprache sehr gut gelernt.
Das Band zwischen uns riss nie ab.

Und nun ist Alida wieder hier bei uns, für drei Monate Praktikum in einer großen Bank, denn inzwischen hat sie ein Wirtschaftsstudium absolviert.

Heute war der erste Tag. Wir sind alle gespannt auf die Erfahrungen, die sie hier sammeln wird.

Und mir kommt es vor, als sei sie nie fort gewesen - so vertraut ist sie mir.

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