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Dienstag, 28. August 2007
Vor Gericht und auf hoher See...
siria, 01:03h
...sind wir alle in Gottes Hand. Diesen Spruch kannte ich schon, bevor ich zur Schöffin beim Amtsgericht gewählt wurde. Hier geht es nicht um Leib und Leben, sondern um Diebstahl, Dealerei, Betrug. Und jedem Angeklagten soll nicht nur ein Urteil gesprochen werden. Dies Urteil soll auch noch möglichst gerecht sein - obwohl es natürlich keine absolute Gerechtigkeit geben kann. Ein Freund, leitender Richter am Landgericht, hatte mir immer schon gesagt: Du sprichst nicht Recht, sondern ein Urteil.
Manchmal ist es schon ganz schön schwer, einen Menschen ins Gefängnis zu schicken, obwohl klar ist, dass ihn das keinesfalls besser machen wird.
Heute haben der Richter, der andere Schöffe und ich mal jemanden freigesprochen. Die Beweislage war zu dünn. Aber vielleicht hat der junge Mann, schon mehrfach auffällig geworden, das Auto doch abgefackelt? Dennoch: In dubio pro reo - ein guter Grundsatz unseres Rechtssystems.
Manchmal ist es schon ganz schön schwer, einen Menschen ins Gefängnis zu schicken, obwohl klar ist, dass ihn das keinesfalls besser machen wird.
Heute haben der Richter, der andere Schöffe und ich mal jemanden freigesprochen. Die Beweislage war zu dünn. Aber vielleicht hat der junge Mann, schon mehrfach auffällig geworden, das Auto doch abgefackelt? Dennoch: In dubio pro reo - ein guter Grundsatz unseres Rechtssystems.
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Sonntag, 26. August 2007
Erledigt
siria, 21:22h
Was für ein Wochenende!
Am Freitag ein Tagesseminar zur Bestimmung mitelalterlicher Keramik. Eine Stunde Fahrzeit.
Ab 18 Uhr ein stimmungsvoller Grillabend mit der BUND-Rasselbande und den Eltern. Alles aufbauen. Lagerfeuer, Würstchen und Stockbrot, Nachtwanderung. Ein wunderschöner Sternenhimmel mit einem fast vollen Mond.
Die Eltern werden bis auf eine mutige Pfadfinder-Mutter nach Hause geschickt. Der Holzwurm erzählt am Feuer Geschichten aus der Zeit, als er noch Matrose auf einem Segelschiff war und dem Klabautermann begegnet ist.
Anschließend die Übernachtung im Freien, nur durch ein Dach geschützt. Die Pfadfinderin hat ihren Blasebalg vergessen, so müssen wir mit unserer Puste ihre breite Luftmatratze aufblasen.
In diesem Jahr schlafen alle Kinder sofort ein, Halleluja.
Am Bach zieht es eisig kalt. Warum habe ich nicht so einen Arktis-tauglichen Schlafsack wie die Kinder?
Ammenschlaf, mir entgeht kein Geräusch. Der Mutter geht es ebenso, sind das die Behütungsgene? Der Holzwurm schnarcht leise vor sich hin.

Am Morgen das beliebte und gesunde Frühstück: Selbstgequetschte Haferflocken mit Rosinen, geschnittenen Äpfeln, Nüssen und braunem Zucker. Vier Liter Ökomilch sind zu wenig.
Die Eltern holen ihre Kinder ab, im Tausch gegen eine Kanne heißen starken Kaffees. Wie seit drei Jahren sind alle glücklich und erschöpft.
Am Abend geht es auf unserem Hof weiter: Treffen von etwa 15 Kollegen aus alten Redakteurszeiten, fast alle waren Volontäre des Holzwurms. Äußerlich haben die Jahre nicht nur bei uns ihre Spuren hinterlassen, aber auch nach zwei Jahrzehnten ist die alte Vertrautheit sofort wieder da.
Ein leckeres Buffet, zu dem alle etwas beitragen, reichlich gute Getränke. Riesengelächter beim Anblick alter Fotos, mit dem Beamer auf eine Leinwand geworfen. Spannende und erfolgreiche Biografien (Chef bei Arte, Fernseh-Wetterfrosch, Radiomoderatoren, Sportreporter, Fachredakteure... Einer ist in der Politik gelandet.) Reihum muss jeder berichten.
Es wird spät.
Wie lange mein Holzwurm, die fünf Schlafgäste und die anderen Freunde ausgehalten haben, vermag ich nicht zu sagen. Ich jedenfalls bin weit jenseits von Mitternacht vor ihnen in mein Bett gefallen, einfach erledigt.
Heute ließen wir den Tag langsam angehen, mit einem langen gemeinsamen Frühstück im Garten.
Und außer Aufräumen habe ich auch nichts mehr zustande gebracht.
Morgen geht es weiter, Termin bei Gericht. Drogis verknacken, vermutlich.
Am Freitag ein Tagesseminar zur Bestimmung mitelalterlicher Keramik. Eine Stunde Fahrzeit.
Ab 18 Uhr ein stimmungsvoller Grillabend mit der BUND-Rasselbande und den Eltern. Alles aufbauen. Lagerfeuer, Würstchen und Stockbrot, Nachtwanderung. Ein wunderschöner Sternenhimmel mit einem fast vollen Mond.
Die Eltern werden bis auf eine mutige Pfadfinder-Mutter nach Hause geschickt. Der Holzwurm erzählt am Feuer Geschichten aus der Zeit, als er noch Matrose auf einem Segelschiff war und dem Klabautermann begegnet ist.
Anschließend die Übernachtung im Freien, nur durch ein Dach geschützt. Die Pfadfinderin hat ihren Blasebalg vergessen, so müssen wir mit unserer Puste ihre breite Luftmatratze aufblasen.
In diesem Jahr schlafen alle Kinder sofort ein, Halleluja.
Am Bach zieht es eisig kalt. Warum habe ich nicht so einen Arktis-tauglichen Schlafsack wie die Kinder?
Ammenschlaf, mir entgeht kein Geräusch. Der Mutter geht es ebenso, sind das die Behütungsgene? Der Holzwurm schnarcht leise vor sich hin.

Am Morgen das beliebte und gesunde Frühstück: Selbstgequetschte Haferflocken mit Rosinen, geschnittenen Äpfeln, Nüssen und braunem Zucker. Vier Liter Ökomilch sind zu wenig.
Die Eltern holen ihre Kinder ab, im Tausch gegen eine Kanne heißen starken Kaffees. Wie seit drei Jahren sind alle glücklich und erschöpft.
Am Abend geht es auf unserem Hof weiter: Treffen von etwa 15 Kollegen aus alten Redakteurszeiten, fast alle waren Volontäre des Holzwurms. Äußerlich haben die Jahre nicht nur bei uns ihre Spuren hinterlassen, aber auch nach zwei Jahrzehnten ist die alte Vertrautheit sofort wieder da.
Ein leckeres Buffet, zu dem alle etwas beitragen, reichlich gute Getränke. Riesengelächter beim Anblick alter Fotos, mit dem Beamer auf eine Leinwand geworfen. Spannende und erfolgreiche Biografien (Chef bei Arte, Fernseh-Wetterfrosch, Radiomoderatoren, Sportreporter, Fachredakteure... Einer ist in der Politik gelandet.) Reihum muss jeder berichten.
Es wird spät.
Wie lange mein Holzwurm, die fünf Schlafgäste und die anderen Freunde ausgehalten haben, vermag ich nicht zu sagen. Ich jedenfalls bin weit jenseits von Mitternacht vor ihnen in mein Bett gefallen, einfach erledigt.
Heute ließen wir den Tag langsam angehen, mit einem langen gemeinsamen Frühstück im Garten.
Und außer Aufräumen habe ich auch nichts mehr zustande gebracht.
Morgen geht es weiter, Termin bei Gericht. Drogis verknacken, vermutlich.
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Donnerstag, 23. August 2007
Verfressen
siria, 00:37h
Der Besuch bei der Schwiegerfreundin war sehr nahrhaft: Erst eine Quiche mit grünen Bohnen aus dem eigenen Garten, dann den leckeren Nuss-Dinkel-Kuchen, gefüllt mit Preiselbeermarmelade und bedeckt mit Schlagsahne. Und zum Abendessen dann die eigenen Tomaten, Südtiroler Gewürzbrot mit selbstgemachtem Pesto, kleine Frikadellen, Rotwein. Oh, Himmel, kein Wunder, dass wir uns über Hitzeattacken nach der Zufuhr von zuviel guten Kalorien unterhalten haben.
Was sagte neulich ein Freund: Kalorien? Ach, du meinst die kleinen frechen Männchen, die nachts immer die Kleidung enger nähen??
Was sagte neulich ein Freund: Kalorien? Ach, du meinst die kleinen frechen Männchen, die nachts immer die Kleidung enger nähen??
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